Dienstag, 11. Juli 2017

[Rezension] Brigitte Kanitz - Die Herzensammlerin



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (19. Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734102928
ISBN-13: 978-3734102929
Größe und/oder Gewicht: 11,9 x 2,5 x 18,3 cm

Inhalt gem. Blanvalet:
Laura, Besitzerin des Hotels Happy Scheidung hat ein Faible für Romantik. Obwohl ihr Gasthaus zerstrittenen Ehepaaren die Trennung erleichtern soll, reisen die meisten nach nur einem Wochenende in der idyllischen Umgebung frisch verliebt wieder ab. Laura glaubt eben fest an die Liebe, und sie ist auch diejenige, die in der Familie alle zusammenhält. Als sie jedoch aus heiterem Himmel von ihrem Mann verlassen wird, stürzt ihre rosarote Welt in sich zusammen — bis sie merkt, dass sich der attraktive Adrian für sie interessiert …

Zum Buch:
Ein Schlösschen zu erben ist die eine Sache, eine ganz andere, dieses auch zu erhalten.
Laura, die Erbin, hat kurzerhand aus dem Anwesen ein Scheidungs-Hotel gemacht. Die Scheidungswilligen sollen ein paar schöne Tage zusammen haben und das Procedere soll vereinfacht werden. Die Scheidung letztendlich wird zum Abschluss durch Lauras Mann Ralf vollzogen, der Anwalt ist.
Aber Laura hat definitiv einen Hang zur Romantik, so dass nicht nur ein Pärchen noch immer verheiratet abreist.
An dem einen Tag scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, an dem anderen geht Lauras Leben den Bach herunter.
Ralf ist plötzlich der Meinung, er bräuchte Luftveränderung und diese nach Möglichkeit weit weg von Laura.
Lauras Tochter Merle rennt nur noch mit schwarzen Klamotten rum und ihre Oma Theodora, die ebenfalls mit im Haus lebt, ist lebensmüde und will diesem bei jeder Gelegenheit ein Ende setzen.
Laura ist mutlos und storniert bereits gebuchte Zimmer, um in sich selbst zurückzukriechen. Aber Laura ist auch ein Stehaufmännchen, ist harmoniesüchtig und nimmt ihr Leben wieder in die Hände.
Tja, und wer hätte gedacht, dass es plötzlich 2 neue Männer in Lauras Leben gibt, die  sich um sie bemühen...

Die Autorin Brigitte Kanitz kommt ursprünglich aus der Lüneburger Heide und hat scheinbar ihre Heimat nie vergessen. Bildhaft schildert sie diese und nimmt den Leser in ihren Büchern dorthin mit.
Auch die Handlung des vorliegenden Romans lässt die Autorin dort spielen.

In einem kleinen Schlösschen werden 4 Zimmer vermietet, um den Unterhalt finanzieren zu können. Natürlich muss sich die Eignerin was besonderes einfallen lassen, um Gäste anzulocken, so dass sie kurzerhand aus dem ehemaligen Jagdschlösschen ein kleines Hotel "Happy Scheidung" macht. An einem Wochenende können sich die Scheidungswilligen mit dem Gedanken vertraut machen und Montag mit Hilfe von Lauras Mann die Scheidungspapiere unterschreiben.
Laura, hoffnungslos romantisch und doch an die Liebe glaubend, macht es den Gästen nicht leicht, findet man doch Herzen, wohin man schaut. Handtücher, die zu Herzen geformt wurden und auch Steine.
Nachdem ihr Mann sie verlassen hat, fällt sie kurzzeitig in ein Loch und versteht die Welt nicht mehr. An ihre Tochter kommt sie gar nicht mehr ran, die nur noch aufmüpfig und trotzig ist und ihr eigenes Ding machen will.
Ihre Oma muss sie im Auge behalten, da die Dame davon träumt, ihrem Leben ein Ende zu setzen, bislang ohne Erfolg.

Es ist ein turbulentes Leben, in welche Laura gestoßen wird, von Langeweile keine Spur. Zu allem Übel steht auch noch ihre Schwester urplötzlich vor der Tür und im Gepäck einen Mann, der Laura nicht kalt lässt.

Laura ist eine sympathische Protagonistin, die man gern haben muss. Das ein oder andere mal hätte ich sie gern geschüttelt und ihr gesagt, sie möge doch mal ein Machtwort sprechen oder mit der Faust auf den Tisch hauen. Für mich war sie zu ruhig und zu duldsam.
Obwohl ich Laura mochte, war meine bevorzugte Protagonistin im Buch die Oma Theodora. 
Ein wenig verrückt und gaga war sie, aber mit einem flotten Mundwerk versehen, die genau mein Ding war. Sie brachte Schwung und Humor in Lauras Leben, auch wenn diese das nicht wirklich selbst so gesehen hätte.
Diese sorgte auch für die nötige Situationskomik, die mich mehr als einmal zum schmunzeln brachte.

Die Story ist immer in Bewegung, so dass man sich durchweg gut unterhalten fühlt. Eine wunderbare Sommer- und / oder Urlaubslektüre, bei der man nicht viel mitdenken muss, die man einfach auf sich wirken lassen kann.
Es tut sich viel in Lauras Leben und es hat mir Spaß gemacht, sie ein Stück dabei zu begleiten.


Bewertung:



Zur Autorin:

(Text von Blanvalet)
Brigitte Kanitz, Jahrgang 1957, hat nach ihrem Abitur in Hamburg viele Jahre in Uelzen und Lüneburg als Lokalredakteurin gearbeitet. Die Heide und ihre Menschen hat sie dabei von Grund auf kennen- und lieben gelernt. Sie tanzte auf Schützenfesten, interviewte Heideköniginnen, begleitete einen Schäfer mit seinen Heidschnucken über die lilarote Landschaft und trabte mit der berittenen Polizei durch den Naturschutzpark rund um Wilsede. Inzwischen lebt und schreibt sie in Italien.





An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Brigitte Kanitz sowie dem Verlag 
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. 

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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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